Sitzen ist ungesund. Laut Studien sogar fast so ungesund wie Rauchen. Vor allem Büroangestellten bleibt aber nicht viel anderes übrig, als einen großen Teil ihres Tages sitzend zu verbringen. Abhilfe können hier verstellbare Schreibtische schaffen – doch viele Arbeitgeber sind nicht bereit, dafür Geld auszugeben. Auch sportliche Angebote sind am Arbeitsplatz (noch) nicht die Regel. Es gibt sogar Arbeitgeber, die im Bewerbungsgespräch nach etwaigen Rückenproblemen des Bewerbers fragen – und gleich hinterherschießen, dass sie nicht irgendwann nach verstellbaren Schreibtischen oder ergonomischen Stühlen gefragt werden möchten. Arbeitnehmer sind also in erster Linie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich – egal wie stark sich ihre berufliche Tätigkeit auch darauf auswirken mag.

Was Sie tun können, um im Alltag trotz beruflicher Belastung fit zu bleiben, erfahren Sie hier.

Regelmäßig aufstehen und ein paar Schritte gehen

Niemand kann stundenlang konzentriert arbeiten. Anstatt Pausen dann weiterhin sitzend zu verbringen und auf irgendwelchen Websites zu surfen, stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie ein paar Schritte. Vielleicht zum Kollegen am anderen Ende des Ganges, den Sie ohnehin noch etwas Wichtiges fragen wollten?
Vermeiden Sie außerdem wenn möglich den Aufzug und nehmen Sie die Treppe. Natürlich ist das nicht nur anstrengend sondern auch zeitraubend, wenn sie im zwölften Stock arbeiten. Aber in den dritten sollten Sie es schon schaffen, ohne ins Schnaufen zu kommen.

Gymnasikball statt Stuhl

Ab und zu vom Bürostuhl auf einen Gymnastikball wechseln! Durch die aufrechte Sitzhaltung, die Sie auf so einem Ball automatisch einnehmen müssen, stärken Sie Ihren Rücken während Sie arbeiten. Fangen Sie aber langsam an und übertreiben Sie nicht gleich – für lang vernachlässigte Rückenmuskeln ist eine Stunde am Tag zu Anfang ausreichend.
Daneben gibt es auch spezielle Sitzkissen, die Sie auf Ihren Stuhl legen können und die Ihnen ebenfalls zu einer besseren Haltung verhelfen.

Stretch it out!

Strecken Sie sich zwischendurch mal so richtig! Atmen Sie tief ein, bewegen Sie die Arme in einer Kreisbewegung nach oben und dehnen Sie Ihren ganzen Körper auf diese Weise. Mit dem Ausatmen lassen Sie die Arme wieder sinken. Wiederholen Sie die Übung etwa drei bis fünf Mal. Oder nehmen Sie sich unser Titelbild vor und bauen immer mal wieder eine Übung ein. Wenn Sie merken, dass Ihnen das gut tut, versuchen Sie es mal mit einem Yoga-Kurs und lernen Sie, durch gezieltes Dehnen einen Ausgleich für das Sitzen zu schaffen. Aber Achtung: Setzen Sie zumindest am Anfang auf einen echten Kurs und versuchen Sie es nicht selbst mit virtuellen Anleitungen. Denn dabei kann auch einiges schief gehen.

Mehr Bewegung im Alltag

Steigen Sie doch mal eine Bushaltestelle früher aus als üblicherweise und gehen Sie den Rest zu Fuß. Lassen Sie das Auto wann  immer möglich stehen und nehmen stattdessen das Fahrrad. So schaffen Sie ohne viel Anstrengung mehr Bewegung im Alltag und werden schnell feststellen, dass sich das auszahlt. Die Ausrede „keine Zeit für Fitness“ gilt dann allerdings nicht mehr!

Sport

Der Klassiker. Vor oder nach der Arbeit eine Runde laufen gehen oder eine Stunde ins Fitnessstudio. Vielen von uns fällt das schwer. Vor der Arbeit möchten wir lieber ausschlafen oder gemütlich frühstücken. Nach der Arbeit sind wir zu müde oder müssen den Haushalt machen, uns mit Freunden treffen oder… Um Ausreden sind die meisten von uns also nicht verlegen. Es gilt: Einfach machen! Sie müssen nicht gleich ins Studio. Versuchen Sie es mal mit 15 Minuten leichter Gymnastik am Morgen oder einem Online-Workout nach Feierabend. Die Auswahl ist groß und da wir die meisten Übungen zumindest noch aus dem Sportunterricht kennen, können Sie auch nicht viel falsch machen. Wenn Sie zuhause Platz haben, können Sie sich natürlich auch einen Hometrainer kaufen und während des Trainings Musik hören oder Fernsehen. Hauptsache, Sie kommen in Bewegung!

Gesunde Ernährung

Zwischendurch ein belegtes Brötchen vom Bäcker, ein paar Kaffees mit ordentlich Zucker, Mittags in die Kantine und dann vielleicht noch ein bisschen Süßkram. Alles andere als gesund – und dennoch nicht untypisch für unsere alltägliche Ernährung.
Setzen Sie sich mit gesunder Ernährung auseinander und versuchen Sie, schlechte Gewohnheiten nach und nach abzulegen. Wenn Sie bislang immer zwei Löffel Zucker im Kaffee hatten, reduzieren Sie zunächst auf einen und irgendwann auf keinen. Ersetzen Sie den zweiten Schokoriegel am Nachmittag mit einem Apfel. Essen Sie zwei Mal die Woche Salat in der Kantine statt fettigem Schnitzel. Und vor allem: Essen Sie bewusst! Oft merken wir gar nicht, was wir alles so ganz nebenbei zu uns nehmen. Und wundern uns dann am Ende, warum wir uns schlecht fühlen und die Waage uns mit einer höheren Zahl bestraft.

Das richtige Mindset

Diese Tipps sind hilfreich und Sie werden schnell merken, wie es Ihrer Fitness und ihrem Körper gut tut. Sie funktionieren allerdings nur, wenn sie regelmäßig durchgezogen werden. Schaffen Sie zunächst also das richtige Mindset. Werden Sie sich klar darüber, dass weder Rückenschmerzen noch Übergewicht einfach so von heute auf morgen verschwinden. Ein bisschen was müssen Sie dafür schon tun. Bereiten Sie sich mental also auf die Umstellung vor. Es geht nicht von heute auf morgen und manches Mal wird Sie schon der zehnminütige Fußweg nerven, wenn Sie den Bus an sich vorbeifahren sehen. Aber nach ein paar Wochen wird es Alltag für Sie sein und Sie müssen nicht mehr den täglichen Kampf mit Ihrem inneren Schweinehund führen.