Arbeitgeber müssen 12 Werkstage am Stück gewähren

Wieviel Urlaubstage einem Arbeitnehmer zustehen, regelt der Gesetzgeber eindeutig. Bei einer Fünftage-Woche müssen es mindestens 20 sein. Bei einer Sechstage-Woche sogar 24. Ob es darüber hinaus noch mehr gibt, entscheidet jeder Arbeitgeber selbst. 28 bis 30 sind in Deutschland nicht unüblich.

Geregelt ist auch, dass jedem Arbeitnehmer zwölf Werktage Urlaub am Stück gewährt werden muss (Paragraf 7 Bundesurlaubsgesetz). Denn wer immer nur ein oder zwei Tage frei bekommt, kann nicht wirklich abschalten und sich erholen.

Experten: ein längerer Urlaub (2 Wochen) und ansonsten kurze

Die meisten Arbeitsexperten sind sich einig: Einmal im Jahr sollten Arbeitnehmer zwei Wochen Urlaub am Stück nehmen, um sich richtig zu erholen. Die restlichen Urlaubstage kann man über das Jahr verteilen und etwa das ein oder andere lange Wochenende nehmen, insbesondere wenn ohnehin Brückentage anfallen.
Der Grund hierfür: Nach zwei Wochen steigt unsere Erholungskurve nicht mehr an. Ein längerer Urlaub würde also keinen positiven Effekt mit sich bringen.

Weg aus der Alltagsumgebung für Erholungseffekt wichtig

Wichtig außerdem: Fahren oder fliegen Sie weg! Zuhause lässt sich nur schwer richtig abschalten – schließlich muss ja auch der Haushalt gemacht werden, um den Garten muss man sich kümmern und vielleicht könnte man in der freien Zeit ja mal dem Wohnzimmer einen neuen Anstrich verpassen. Sicher sinnvolle Ideen, aber zu Ihrer Erholung tragen sie nicht bei.
Wir möchten Sie auch nicht auffordern, mehrmals im Jahr Ihren ökologischen Fußabdruck zu vergrößern und Fernreisen zu machen. Aber einmal im Jahr sollten Sie sich eine Reise gönnen, um nicht nur den Alltag hinter sich zu lassen, sondern auch um ganz neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Kann Urlaub einfach gestrichen werden?

Sie haben Urlaub geplant und urplötzlich sagt Ihr Chef, dass Sie keines Falls jetzt wegkönnen, weil sonst die Hütte brennt. Darf er das? Es kommt darauf an. Der Gesetzgeber ist sehr darauf bedacht, dass einem Arbeitnehmer nicht einfach nach Belieben der Urlaub gestrichen werden kann. Damit Ihr Chef Ihren (bereits genehmigten) Antrag zurückziehen kann, muss eine für das Unternehmen existenzbedrohende Situation gegeben sein, aus der es ohne Sie nicht wieder herauskommt. Und auch dann ist es nicht so einfach. Gestrichen werden können die Tage nicht, Ihr Urlaubsanspruch bleibt erhalten. Und sofern keine absolute Notfallsituation besteht, kann Ihr Arbeitgeber den Urlaub nur mit Ihrem Einverständnis absagen.

Was, wenn der Chef anruft?

Können Sie ignorieren. Ihr Chef hat kein Recht darauf, dass Sie im Urlaub erreichbar sind und womöglich auch noch arbeiten. Idealerweise schalten Sie Ihr Handy ab – sofern Sie ein Diensthandy haben, lassen Sie es zuhause. Dasselbe gilt für E-Mails. Rufen Sie Ihr berufliches Mailkonto am besten gar nicht ab.
Sollten Sie im Vorfeld jedoch etwas anderes vereinbart haben, und sei es nur, weil Sie sich nicht getraut haben „nein“ zu sagen – dann können Sie Anrufe oder Mails nicht ignorieren. Überlegen Sie sich also gut, bevor Sie Ihre Bereitschaft erklären, ruhig auch im Urlaub mal was erledigen zu können.

Und wenn ich krank werde?

Es ist nicht selten, dass Arbeitnehmer ihren Urlaub nicht unterbrechen, wenn sie zu der Zeit krank werden. Das sollten Sie aber! Lassen Sie sich krankschreiben. Von Erholung kann im Krankheitsfalle schließlich nicht zu reden sein. Wenn Sie zum Arzt gehen, bleibt Ihr Urlaubsanspruch aber erhalten und Sie können ihn ein anderes Mal nachholen.

Fahren Sie in den anstehenden Sommerferien weg? Dann wünschen wir Ihnen eine tolle Zeit – und beste Erholung! Wir freuen uns darauf, wenn Sie auch nach den Ferien wieder bei uns vorbei schauen.