Wie eine gute Candidate Journey aussehen muss

Nein, keine Angst. Wir erzählen Ihnen jetzt nicht zum hundertsten Mal, dass Bewerber Home Office Tage und einen Firmenwagen wollen. Stimmt auch nicht für jeden. Vielmehr geht es heute darum, wie Sie als potentieller Arbeitgeber dafür sorgen können, dass Ihre Bewerber einen positiven Eindruck vom Bewerbungsprozess bekommen und behalten. Denn wer bereits in dieser Phase Frust schiebt, wird sich die Frage nach eventuellen Benefits erst gar nicht stellen.

Klare Stellenausschreibung

Vielleicht kennen Sie sie selbst, Stellenausschreibungen, die eher einem Rätsel gleichen. Tätigkeitsbeschreibungen bleiben vage, die Anforderungen passen auf alle und keinen und zur Firma selbst findet sich gar nichts. Solche Angebote sind eigentlich eine Frechheit und es ist nicht verwunderlich, wenn es daraufhin gar keine oder nur unpassende Bewerbungen gibt.

Stellen Sie also sicher, dass schon aus dem Stellenangebot deutlich hervorgeht, was den Bewerber erwartet und mit wem er es zu tun hat. Beschreiben Sie die Tätigkeit so deutlich wie nur irgend möglich. Sie suchen einen Content Manager? Schön. Seien Sie sich aber bewusst darüber, dass ein Content Manager sowohl einen Schwerpunkt auf redaktioneller Tätigkeit haben kann als auch auf dem Management von Inhalten. Wenn der richtige Schwerpunkt bereits aus der Stellenanzeige hervorgeht, ersparen Sie beiden Seiten Enttäuschungen.

Schnelle Reaktion

Nichts, wirklich gar nichts, ist im Bewerbungsprozess nerviger und frustrierender als Unternehmen, die Kandidaten auf heißen Kohlen sitzen lassen. Niemand erwartet eine Einladung zum Vorstellungsgespräch fünf Minuten nach Bewerbungseingang. Ebenso erwartet kein Kandidat, dass Sie unmittelbar nach dem Interview zu- oder absagen. Aber das (leider) auch im Zwischenmenschlichen verbreitete ghosting (= sich tot stellen und ignorieren) hat im Arbeitsleben absolut nichts zu suchen. Dennoch ist es weit verbreitet, dass die Personalabteilung Kandidaten, die sie aussortiert hat, keinerlei Rückmeldung gibt. Das ist respektlos und schlechter Stil. Und denken Sie daran, dass sich so etwas dank Plattformen wie Kununu auch herumspricht.
Sorgen Sie also dafür, dass Bewerber von Anfang an über den aktuellen Status informiert sind – versenden Sie eine (automatische) Eingangsbestätigung. Lassen Sie die Bewerber wissen, wenn der Prozess länger dauert als erwartet. Nennen Sie Zeitfenster und halten Sie diese auch ein.

Ehrlich währt am längsten

Absagen tun weh. Sie nagen am Selbstbewusstsein und noch nicht einmal der selbstbewussteste Kandidat steckt eine Absage einfach so weg. Es bleibt immer die Frage: Warum hat es nicht gereicht?

Die Standardabsagen helfen da nicht weiter. Und auch wenn es ein Drahtseilakt ist: Geben Sie ehrliches Feedback. Kandidat A hatte einfach ein Quäntchen mehr Erfahrung als Kandidat B? Dann erklären Sie das. Oder ein Bewerber wirkte im Gespräch sehr unsicher und Sie haben den Eindruck gewonnen, dass er nicht ins Team passt? Geben Sie einen Tipp, wie er es beim nächsten Gespräch besser machen kann. Wir wissen, dass das ein schwieriges Thema ist und sich viele Personaler vor einem ehrlichen Feedback scheuen, weil sie wissen, dass es rechtliche Konsequenzen haben kann. Aber Sie sollen einem Kandidaten ja auch nicht mit der Begründung absagen, er sei Ihnen unsympathisch gewesen. Finden Sie Formulierungen, die ehrlich aber höflich sind und die den Abgewiesenen tatsächlich weiter bringen. Dann bleiben Sie trotz Absage positiv in Erinnerung. Und wer weiß, vielleicht ist der Kandidat für Ihre nächste freie Stelle dann doch genau der Richtige?

Gute Vorbereitung

Wenn ein Bewerber es zum Vorstellungsgespräch geschafft hat, ist die Freude zunächst einmal groß. Dann beginnt die Vorbereitungsphase, denn die meisten Kandidaten möchten sich natürlich in gutem Licht präsentieren. Das kostet Zeit und Nerven. Umso enttäuschender, wenn dem Bewerber dann jemand gegenübersitzt, der sich offensichtlich nicht vorbereitet hat. Wie war der Name? Um welche Stelle ging es nochmal genau? Es spielt keine Rolle, ob Sie täglich fünf Vorstellungsgespräche führen. Das ist Ihr Job. Bereiten Sie sich auf Interviews genauso gründlich vor, wie Sie es auch von Ihren Kandidaten erwarten.

Wenn Sie diese Regeln beachten, sollte es Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten, einen guten Eindruck bei Ihren Kandidaten zu hinterlassen.