Generation Z auf dem Vormarsch

Millennials, auch Generation Y genannt, sind momentan die dominierende Generation im Arbeitsleben. Es wurde bereits unendlich viel über deren Einstellungen und Erwartungen an den Job gesprochen und geschrieben. Und häufig wird die nachfolgende Generation Z einfach nur als Fortführung der Millennials gesehen – noch mehr Ansprüche, noch mehr Eigensinn und Unselbstständigkeit. Vorurteile, die schon auf die Generation Y nicht in diesem Ausmaß zutreffen.

Back to the roots?

Die Generation Z ist anders. Geboren ab Mitte bis Ende der 90er Jahre, sind sie ganz anders aufgewachsen als die Millennials. Letztere verstehen sich oft entgegen der Klassifikation als solche nicht als Digital Natives. Viel mehr sehen sie sich als die letzte Generation, die noch analog aufgewachsen ist und zu Beginn der großen Digitalisierungswelle Jugendliche waren. Insbesondere ältere Millennials kennen noch Telefone mit Wählscheiben oder das Testbild, das es anstatt Filmen und Serien nachts im Fernsehen zu sehen gab. Mitglieder der Generation Z mit Internet und Smartphone aufgewachsen, sie sind die ständige Verfügbarkeit von Information und Produkten gewöhnt. Sie sind die wahren Digital Natives. Ein digitalisierter Arbeitsplatz etwa ist nichts, was sich die Generation Z wünscht. Weil das für sie zur Normalität gehört und deshalb nicht diskussionswürdig ist. Sie sind ganz anders als ihre Vorgänger und mit keiner vorherigen Generation zu vergleichen, sind sie doch unter ganz anderen, neuen, Bedingungen aufgewachsen.

Aber was erwartet die junge Generation vom perfekten Job?

Nicht das, wovon die Generation Y noch träumt(e). Dank dem allgegenwärtigen Blick ins www wissen Jugendliche, dass viele Wünsche der Millennials nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Sie sehen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben nicht so funktioniert, wie die etwas Älteren sich das vorgestellt haben. Sie sehen, dass Karriere und Familie nach wie vor nicht so einfach unter einen Hut zu bringen sind, trotz der angestrebten work-life-balance. Und sie lernen daraus. Dass die Millennials auch „Generation Burnout“ genannt wird, ist für Z´ler ein klares Signal dafür, dass sie nicht in deren Fußstapfen treten möchten.

Work-Life-Separation

Laut diverser Studien wünschen sich Z´ler wieder vermehrt feste Strukturen im Jobleben. Sie wollen planen können, wollen wissen „wann bin ich wo?“. Während die Millennials von Gleitzeit und remote work geträumt haben, um Arbeit und Freizeit besser vereinbaren zu können, wollen viele Jugendliche und junge Erwachsene lieber zurück zu klaren Regelungen. Ihnen ist, ähnlich wie der älteren Generation, das Privatleben wichtiger als der Beruf, sie gehen damit aber anders um.
Außerdem wünschen sie sich zwar Führung im Job, jedoch auf Augenhöhe. Chefs sollten mit der Generation Z also eine Mentoren-Funktion einnehmen. Flache Hierarchien sind nicht mehr so angesagt wie unter Millennials.
Laut epunkt.de werden Mitgliedern der Generation Z materielle Dinge wieder wichtiger, als das noch bei den Millennials der Fall ist. Die Zeit wird zeigen, ob das im Schluss auch bedeutet, dass sie mehr Wert auf sehr gute Bezahlung denn auf Benefits legen. Tasten Sie sich einfach ran – und seien Sie flexibel!

Sicherheit vor Selbstverwirklichung

Natürlich ist das nicht einfach, haben Sie sich doch gerade erst an die Ansprüche der Generation Y gewöhnt und immer noch vieles davon gar nicht umgesetzt. Und noch dominiert diese Generation den Arbeitsmarkt. Doch die Generation Z kommt unvermeidbar und sollte nicht in die Form ihrer Vorgänger gepresst werden, wenn sie doch so gar nicht passen mag.

Positiv: Die junge Generation legt wieder mehr Wert auf Sicherheit und ist deshalb auch Berufen gegenüber aufgeschlossen, denen die Generation Y teilweise ablehnend gegenüber steht. Sprich: Es setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass man nicht um jeden Preis studieren muss, um einen guten Job zu finden. Da die Generation Beruf und Privates klar trennen möchte, legt sie weniger Wert auf Selbstverwirklichung im Job. Unternehmer können das nutzen. Ob es aber dem Fachkräftemangel mancher Branchen entgegenwirken kann, muss sich erst zeigen.

Wie ansprechen?

Online, über Social Media! Schon die Generation Y kann über Bewerbungen per Post nur noch müde lächeln und haben sich längst an die Ansprache durch Recruiter auf Plattformen wie Xing und LinkedIn gewöhnt. Viele Mitglieder der Generation Z werden Sie aktuell wohl noch nicht auf den Karriereplattformen finden. Und von Facebook haben sie sich ohnehin längst verabschiedet. Dafür stehen instant message services und Apps wie Instagram hoch im Kurs. Informieren Sie sich, wie Sie sich und Ihr Unternehmen der jungen Zielgruppe am besten präsentieren.

Das wichtigste zum Schluss: Wie für vorige Generationen gilt auch für die Generation Z – nicht alle wollen dasselbe und nicht alle sind gleich. Natürlich gibt es junge Erwachsene, denen Flexibilität wichtiger ist, als ein Top-Gehalt. Ebenso wie es Millennials gibt, bei denen sich das genau umgekehrt verhält. Verfallen Sie also nicht in Panik, weil sich nach gefühlt kürzester Zeit schon wieder alles ändert. Verweigern Sie sich aber auch nicht den Wünschen und Ansprüchen der neuen Generation. Sie müssen den neu angeschafften Tischkicker nicht gleich wieder wegwerfen. Aber seien nicht zu enttäuscht, wenn Ihre jungen Angestellten lieber ihre Arbeit erledigen und dafür pünktlich nachhause gehen.