Wie Sie die erste Zeit im neuen Job gut überstehen

Die Bewerbung war gut – das Vorstellungsgespräch hat zum Erfolg geführt. Sie haben einen neuen Job! Doch jetzt geht es erst richtig los.

Der Start in einen neuen Job gehört zu den nervenaufreibendsten Dingen überhaupt. Wir freuen uns auf der einen Seite, sind aber auch nervös und angespannt. Denn wir wissen nicht, was genau uns erwartet und von uns erwartet wird. Niemand möchte gleich in den ersten Wochen in ein Fettnäpfchen treten und die neuen Kollegen gegen sich aufbringen. Wir möchten unsere Kompetenz zeigen, ebenso wie unsere Empathie und Lernbereitschaft. Wir möchten zeigen, dass wir die richtige Wahl waren, aber auch das Gefühl haben, nachfragen zu dürfen wenn Unklarheiten auftauchen. Und sie tauchen immer auf.
Wie also schaffen wir es, in den ersten Wochen im neuen Job eine gute Figur zu machen und uns bestmöglich in das neue Team und die Abläufe zu integrieren?

Offenheit zeigen

Manche Menschen sind von Natur aus offener als andere, diese werden also auch weniger Probleme mit der Integration im neuen Team haben. Aber auch wenn Sie zu jenen gehören, die eher zurückhaltend oder gar schüchtern sind: Signalisieren Sie Offenheit! Sie müssen sich dafür nicht verstellen und so tun, als seien Sie extrovertiert. Aber stumm am Schreibtisch zu sitzen und nur dann etwas sagen, wenn Sie konkret gefragt werden, sollten Sie nicht. Insbesondere dann nicht, wenn im Unternehmen die Teamarbeit wichtig ist. Gehen Sie also mit den neuen Kollegen in die Pause, erzählen Sie etwas über sich und stellen Sie Fragen. Sie werden sehen, sobald Sie das Team besser kennen, öffnen Sie sich automatisch immer weiter.

Authentisch sein

Auch das gehört eigentlich zum Thema Offenheit. Es ist wichtig, dass Sie offen für neues sind, aber verbiegen Sie sich nicht. Wenn Sie eher introvertiert sind, lassen Sie nicht auf Biegen und Brechen den Extrovertierten raushängen. Das fliegt früher oder später sowieso auf, denn wer kann sich schon permanent verstellen? Es ist völlig in Ordnung, zurückhaltend zu sein. Und es ist auch in Ordnung, aus sich herauszugehen, wenn das Ihrer Natur entspricht. Aber überfordern Sie die neuen Kollegen nicht gleich. Achten Sie nicht nur auf sich, sondern auch auf Ihre Teammitglieder. Es kann eine Gratwanderung sein, die Sie aber meistern werden. Sie müssen nicht gleich  mit allen best friends werden – aber die wenigsten werden etwas dagegen haben, dass sich neue Freundschaften entwickeln. Und das funktioniert nur, wenn Sie sich nicht verbiegen.

Aber nicht zu viel erzählen

So gut wie jeder Karriereratgeber erwähnt es: Themen wie Religion und Politik gehören nicht an den Arbeitsplatz. Schon gar nicht an den neuen. Dennoch passiert es immer wieder, dass Menschen diese einfache Regel missachten und ihre Meinung kundtun. Im schlimmsten Falle auch noch ungefragt. Das kann gutgehen –aber nur vielleicht. Behalten Sie Ihre Meinung zur Innenpolitik oder dem Papst also für sich oder diskutieren Sie mit guten Freunden. Stellen Sie sich Ihren neuen Kollegen gegenüber auch nicht als der absolute Überflieger dar, der alles beherrscht und dem Team noch viel beibringen kann. Niemand mag Angeber und Sie werden sich ganz schnell unbeliebt machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie den Abteilungsleiter oder die Azubine vor sich haben – begegnen Sie Ihrem Gegenüber mit Respekt und Bescheidenheit. Und machen Sie niemals den Fehler und beteiligen sich an Klatsch und Tratsch.

Beobachten und zuhören

Welche Themen Sie ansprechen können, was Ihre neuen Kollegen erwarten, welche Unternehmenskultur gelebt wird – das alles finden Sie am besten und schnellsten heraus, indem Sie das Team beobachten. Seien Sie aufmerksam. Welche Themen sind besonders beliebt? Welche Rituale gibt es? Trifft man sich morgens vielleicht in der Kaffeeküche und ratscht für fünf Minuten, bevor es an die Arbeit geht? Oder schütteln sich alle allmorgendlich die Hand? Dann tun Sie das ebenso – auch wenn es Ihnen nicht gefällt. Denn wenn Sie sich solchen Ritualen von Anfang an entziehen, werden Sie nur schwer ein vollwertiges Mitglied des Teams.

Nachfragen

Ihrem neuen Chef und Ihren neuen Kollegen ist klar, dass Sie nicht innerhalb von einer Woche alle Abläufe kennen und selbstständig alles abarbeiten können. Und bestimmt werden Sie gut eingearbeitet und an Ihre künftigen Aufgaben herangeführt. In vielen Unternehmen gibt es detaillierte Einarbeitungspläne, die sehr viel abdecken. Dennoch können die Kollegen nicht ahnen, was Sie eventuell nicht gleich beim ersten Mal verstehen. Deshalb scheuen Sie sich nicht, nachzufragen. Auch nicht zwei oder drei Mal. Denn schwierig wird es dann, wenn Sie nicht fragen und deshalb später die Ergebnisse schlecht sind. Lassen Sie es gar nicht so weit kommen.

Hilfe anbieten

Sie erledigen Ihre Aufgaben schon zügig und gut und haben eher zu viel als zu wenig Zeit? Prima! Machen Sie jetzt bloß nicht den Fehler und lehnen sich zurück. Warten Sie nicht darauf, dass jemand mit neuen Aufgaben an Sie herantritt sondern fragen Sie aktiv nach und bieten Ihre Hilfe an. Egal, ob jemand noch zig Akten auf dem Schreibtisch hat, die es zu bearbeiten gilt oder jemand an einem Problem tüftelt und nicht auf die Lösung kommt. Gehen Sie proaktiv auf Ihre Kollegen zu und zeigen Sie, dass Sie sich einbringen möchten. Deswegen wurden Sie schließlich eingestellt.

Wenn Sie diese Tipps beachten, sollte die erste Zeit in Ihrem neuen Job ein voller Erfolg werden – und die darauffolgende Zeit hoffentlich auch. Wir wünschen Ihnen alles Gute!