Bewerbungsfehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Sie sind uns allen schon mal passiert – Schnitzer in einer Bewerbung. Egal ob Flüchtigkeitsfehler, Formatfehler oder inhaltliche Patzer, niemand ist davor gefeit. Während ein (!) Rechtschreibfehler jedoch von Personalern durchaus verziehen wird, sieht es bei inhaltlichen schon anders aus.
Was Sie also unbedingt vermeiden sollten, klären wir im Folgenden.

Zu viele Rechtschreib-/Grammatikfehler

Ein einzelner kann schon mal übersehen werden und bedeutet normalerweise nicht gleich das Aus. Häufen sich Rechtschreib- und Grammatikfehler allerdings, wirft das kein gutes Licht auf Bewerber. Lassen Sie sich also Zeit beim Formulieren, um Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Und lassen Sie noch mal jemanden drüber lesen, bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken. So können Sie (fast) sicher gehen, dass sich der Fehlerteufel nicht mehrfach eingeschlichen hat.

Schlechte Formatierung

Vor allem, wenn ein Word-Dokument in ein PDF umgewandelt wird, kann es zu unerwünschten Formatänderungen kommen. Ebenso, wenn ein PDF zu Word extrahiert wird. Zeilen verschieben sich, Umlaute werden zu Vokalen, Leerzeichen verschwinden. Schicken Sie niemals Ihre Bewerbung ab, ohne das überprüft zu haben! Denn es ist ganz schön peinlich, wenn der Personaler sieht, dass Sie Ihre Bewerbung nicht mehr gecheckt haben. Vielleicht sind Sie im Job ja auch so nachlässig?

Massenanschreiben

Ja, wir wissen es. Für jede Stelle ein individuelles Anschreiben zu verfassen, kostet nicht nur sehr viel Zeit, sondern ist quasi unmöglich. Natürlich wiederholen sich viele Formulierungen. Das ist auch in Ordnung so. Aber wenn Sie an Frau Maier eine Bewerbung mit „sehr geehrter Herr Müller“ senden, ist das garantiert das Aus für diese Stelle. Achten Sie also sorgfältig darauf, den Namen des Ansprechpartners auszutauschen. Und gehen Sie auf das jeweilige Unternehmen ein! Es ist schön, dass Sie schon so viel erreicht haben – aber was bringt das genau DIESEM Unternehmen? Wir alle möchten ab und zu unser Ego gestreichelt bekommen. Das geht Arbeitgebern nicht anders. Zeigen Sie also, dass Sie sich bewusst für dieses Unternehmen bewerben.

Anbiedern

Tricky, aber übertreiben sollten Sie es mit dem Ego streicheln auch nicht. Verzichten Sie auf Superlative wie „das beste Unternehmen aller Zeiten“ und ähnliches und begründen Sie sachlich, warum Sie gerade für dieses Unternehmen arbeiten möchten. Zeigen Sie, warum Sie eine Bereicherung wären ohne den Eindruck zu erwecken, dass Sie den Job dringend brauchen.

Keine Persönlichkeit

„Ich bin teamfähig, ehrgeizig und belastbar“. Das ist schön. Und steht in 90% aller Bewerbungen, ist also nichtssagend. Überlegen Sie sich, in welchen Situationen Sie Ihre Teamfähigkeit oder Ihren Ehrgeiz bewiesen haben. Das muss nicht mal unbedingt auf eine Jobsituation bezogen sein. Es muss nur ein überzeugendes Beispiel sein. Unternehmen suchen nicht mehr nur nach dem fleißigsten Arbeiter, sondern nach einer passenden Ergänzung für das Team. Also zeigen Sie schon in Ihrer Bewerbung, wer Sie sind.

Phrasen

Bitte verzichten Sie auf Einleitungssätze wie „hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle XY“. Das ist abgedroschen, überflüssig und hat keinerlei Wiedererkennungswert. Wir wissen, dass vor allem der erste Satz eine Herausforderung ist. Lassen Sie sich also Zeit dafür und wagen Sie ruhig auch mal was. Es gibt online bereits reichlich Artikel zu dem Thema. Bedenken Sie aber, dass tausende andere diese Artikel auch lesen und deshalb viele einst innovative Einstiege inzwischen auch schon zum Standard gehören. Unterschätzen Sie also diesen ersten Satz nicht und zeigen Sie Kreativität.

Anlagen nicht mitschicken

Der Satz „weitere Unterlagen sende ich Ihnen gern auf Nachfrage“ steht öfter in Bewerbungen, als Recruitern lieb ist. Wenn ein Personaler auch nur fünf gleichwertige Bewerbungen auf dem Tisch hat und vier sämtliche Unterlagen geschickt haben, warum sollte er dem einen Kandidaten hinterher laufen, der das nicht für notwendig hielt? Machen Sie es der HR-Abteilung so leicht wie möglich und schicken Sie sämtliche Unterlagen mit. Denn abgesehen davon, dass Sie ohne diese den Personaler zu mehr Arbeit als notwendig auffordern („bitte mich darum, wenn du meine Dokumente willst“) zeigen Sie so auch, dass Sie nicht gerade großes Interesse an der Stelle haben. Warum sollte man Sie also noch weiter berücksichtigen?

Zu langer Lebenslauf

Ja, Lücken im Lebenslauf sind ungünstig. Das heißt aber nicht, dass Sie jeden einzelnen Ferienjob aufzählen müssen. Ihre Babysitter-Tätigkeit vor 10 Jahren spielt für die angestrebte Controller-Stelle keine Rolle. Also streichen Sie das. Ebenso dürfte es die wenigsten Personaler interessieren, von wann bis wann Sie an welcher Grundschule das Schreiben gelernt haben. Mit Ihrer Bewerbung haben Sie ja schon bewiesen, dass Sie es können.  Sollten Sie also über zwei Seiten kommen, streichen Sie rigoros alles, was für die Position nicht relevant ist.

Lügen

Es ist verlockend, den Lebenslauf etwas zu beschönigen oder Fähigkeiten anzugeben, die gar nicht oder nur rudimentär vorhanden sind. Widerstehen Sie dieser Verlockung unbedingt! Die Gefahr, dass das auffliegt, ist hoch. Und dann sind Sie den Job los. Dichten Sie auch keine Aufgaben und Erfolge hinzu, die Sie im letzten Job nicht gemacht und erzielt haben. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass der Personaler Ihren ehemaligen Chef anruft und nachfragt. Aber es kommt vor! Schreiben Sie nicht in Ihren Lebenslauf, dass Sie fließend Französisch sprechen, wenn Sie in Paris gerade mal ein Baguette kaufen können. Denn wenn Ihr Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch die Sprache tatsächlich beherrscht und urplötzlich switcht, haben Sie schon verloren. Seien Sie also unbedingt ehrlich! Niemand erwartet, dass Sie perfekt sind und alles aus dem FF beherrschen. Sie können schließlich immer dazu lernen – ein einmal ruinierter Ruf lässt sich hingegen schwer wieder herstellen.

 

Wenn Sie das alles beachten, werden Sie im Bewerbungsprozess einen guten ersten Eindruck machen. Tipps für ein entspanntes Bewerbungsgespräch gibt’s hier.