Frauen: Keine Angst vor dem beruflichen Machtkampf!

Studien dazu gibt es ausreichend – Frauen sind im Beruf zurückhaltender, zeigen ihre Erfolge nicht so deutlich wie Männer und haben entsprechend auch weniger Chefpositionen inne.
Warum eigentlich? Weil sie oft Angst haben, nicht gut genug zu sein. Frauen sind häufiger von Selbstzweifeln geplagt als Männer. Auch in Zeiten der Emanzipation hat sich daran wenig geändert. Denn noch immer sind Frauen in den Schubladen warmherzig, sensibel oder schwach eingeordnet. Und viele (männliche) Chefs möchten ihre weiblichen Angestellten auch so haben. Zeigt eine Frau Selbstbewusstsein, so ist sie plötzlich schwierig, zickig oder gar frustriert im Privatleben, was sie nun im Büro kompensieren muss. Frauen wissen das. Und viele nehmen sich diese Klischees und Vorurteile zu Herzen und stecken eher zurück. Studien zeigen, dass die Frauen, die den gängigen Klischees entsprechen, bessere Chancen im Berufsleben haben, als selbstbewusste Frauen.

Traditionelle Erziehung hallt nach

Sicher sind wir immer noch stark von traditioneller Erziehung beeinflusst, die in den letzten Jahren sogar wieder vermehrt stattzufinden scheint. Da wird das Mädchen automatisch zur Prinzessin erzogen und Frechheit ist kein wünschenswertes Merkmal – im Gegensatz zu Jungen. Ist ein Junge frech, gilt er als willensstark und man traut ihm viel zu. Hinzu kommt der Einfluss der Gesellschaft und der inzwischen allgegenwärtigen Werbung. Es gibt unzählige Artikel für Kinder, die bereits nach Geschlechtern getrennt sind – selbst das seit Jahrzehnten beliebte Überraschungsei gibt es mittlerweile auch für Mädchen. Natürlich in rosa. In der Schule lernen wir schließlich nicht nur lesen und schreiben, sondern auch, dass Jungs in Mathe gut sind und Mädchen in Kunst. Jungs sind Macher, Mädchen sind Kümmerer. Und das nehmen viele Frauen (und auch Männer) später mit ins Berufsleben. Sie glauben oft, den Ansprüchen nicht zu genügen und vor allem in stark von Männern dominierten Bereichen wie z.B. der IT, Männern nicht ebenbürtig zu sein. Dabei sieht die Realität oft anders aus – zumindest sind Frauen objektiv gesehen nicht aufgrund ihrer Weiblichkeit Männern unterlegen.

Was können Frauen also tun, um im Berufsleben „ihren Mann“ zu stehen und an Selbstbewusstsein zu gewinnen?
  • Sich stets vor Augen halten, was Sie bereits erreicht haben. Vielleicht sogar jeden Abend Erfolgserlebnisse notieren, um sich in zweifelnden Momenten daran zu erinnern.
  • Weniger Wert auf Anpassung legen. Ist es wirklich so wichtig, ob Sie im Kollegium als warmherzig und verständnisvoll gelten, wenn niemand Ihr Leistungspotential erkennt?
  • Von Männern lernen: Ruhig auch mal etwas höher stapeln. Zeigen Sie, was Sie können!
  • Fake it till you make it: Niemand lernt von heute auf morgen Selbstbewusstsein. Aber zeigen Sie Ihre Unsicherheit nicht – treten Sie selbstsicher auf und Sie werden merken, dass das tatsächlich zur Stärkung Ihres Selbstbewusstseins beiträgt.
  • Sich professionelle Hilfe holen: Karriereberater können Frauen bei deren Zielen unterstützen. Und Coaches können gezielt Ihr Auftreten mit Ihnen üben.
  • Und am wichtigsten: Seien Sie sich Ihres Wertes bewusst! Machen Sie sich frei von dem Gedanken, dass Sie aufgrund Ihres Geschlechts weniger erreichen können und versuchen Sie es einfach. Es wird sich auszahlen!