Bewerben trotz unbefristetem Arbeitsverhältnis

Gründe für einen freiwilligen Jobwechsel gibt es viele: Umzug, veränderte Lebensumstände, Langeweile, mit den Kollegen stimmt es nicht oder Sie kommen mit der Geschäftsführung nicht klar. Meistens dauert es seine Zeit, bis man dann wirklich für einen Wechsel bereit ist. Denn viele von uns hängen trotz gravierender Mängel doch an dem Job, den wir aktuell haben.

Ist die Entscheidung jedoch getroffen, stehen wir vor einem Problem: Wie finden wir einen neuen Job, ohne dass Kollegen und/oder Chef etwas davon mitbekommen? Spätestens wenn es um Termine für ein Vorstellungsgespräch geht, kann es mitunter schwierig werden – manche Kollegen fragen sich sicher, warum Sie spontan gerade einen Mittwoch frei brauchen. Hier gilt: Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig und müssen sich keine Ausreden ausdenken! Sagen Sie einfach, dass es um eine private Angelegenheit geht. Oder gar nichts, sofern Sie mit Gerüchten leben können.

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es noch ein paar andere Stolperfallen, in die Sie nicht tappen sollten.

Nur zuhause bewerben

Zwar hat Ihr Chef kein Recht, heimlich und nur wegen eines Generalverdachts Ihre E-Mails zu lesen oder Ihren PC zu kontrollieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass es nicht trotzdem passiert. Schicken Sie also von Ihrem Arbeitsplatz keine Bewerbungen ab. Füllen Sie keine Online-Bewerbungen aus. Falls Sie Stellenanzeigen lesen, löschen Sie am Ende des Tages am besten den Verlauf. Denken Sie aber daran, dass die Suche nach einer neuen Stelle Privatsache ist und entsprechend nicht in der Arbeitszeit passieren sollte. Und falls Sie dennoch Ihre Mittagspause für eine Bewerbung nutzen möchten: Beseitigen Sie alle Spuren, denn auch wenn das nicht verboten ist – sollte Ihr Chef es mitbekommen, ist das Verhältnis garantiert zerrüttet oder kann, je nach Vereinbarung zur privaten Internetnutzung, schwerwiegende Folgen haben.

Keine Telefonate während der Arbeitszeit

Wir wissen es – manchmal rufen Recruiter und Personaler zu den unmöglichsten Zeiten an. Sie fragen sich dann völlig zurecht: „Ist denen nicht klar, dass ich nicht mal eben um 10.30 Uhr am Dienstag ans Handy gehen kann wenn ich Vollzeit arbeite?“ Ein guter Recruiter wird Sie nicht ohne Absprache einfach so anrufen. Falls doch: Es ist in Ordnung, den Anruf zu ignorieren. Sie dürfen auch dem Personaler mitteilen, dass ein Anruf während der Arbeitszeit unangebracht ist (bleiben Sie trotzdem stets höflich ;)). Die meisten Recruiter sind auch für ein Gespräch nach 17 Uhr zu haben. Also versuchen Sie, Telefonate nach Feierabend abzuhalten. Wenn es denn gar nicht anders geht, legen Sie es auf die Mittagspause. Gehen Sie hierfür idealerweise an einen Ort, an dem Sie mit Sicherheit niemand aus dem Betrieb hören kann.

Professionalität wahren

Wir wissen es aus eigener Erfahrung: Wer am aktuellen Job nichts Gutes mehr finden kann, tut sich sehr schwer, noch alles zu geben. Und manch einer geht auch ganz offen mit der Tatsache um, dass er oder sie sich anderweitig orientieren möchte. Das ist Ihr gutes Recht. Seien Sie sich aber immer im Klaren darüber, dass Sie mit entsprechendem Echo rechnen müssen. Manche Kollegen werden hinter Ihrem Rücken über Ihre Pläne sprechen – eventuell sogar mit Ihren Vorgesetzten. Sollten Sie also nicht damit umgehen können, dass Ihr Verhalten und Ihre Aussagen Konsequenzen haben können: Lassen Sie sich nicht in die Karten schauen und machen Sie erst bei Kündigung reinen Tisch.

Mit Gerüchten rechnen und umgehen

Gerüchte entstehen schnell und in den meisten Unternehmen funktioniert der Flurfunk besser als die offiziellen Kommunikationskanäle. Sollte Ihnen etwas zu Ohren kommen oder Sie gar direkt angesprochen werden: Wenn Sie ein gutes Pokerface haben, können Sie Kündigungspläne einfach verneinen. Sollten Sie aber zu den ganz Ehrlichen gehören, bestätigen Sie die Gerüchte und sagen Sie dazu, dass Sie für kommende Gehaltsverhandlungen Ihren Marktwert überprüfen wollen.

Um vertrauliche Behandlung bitten

Eigentlich ist das selbstverständlich und die meisten Recruiter und Personaler tun das ohnehin ungefragt. Dennoch können Sie zur Sicherheit einen Sperrvermerk in Ihre Bewerbung einfügen. Passend etwa im letzten Absatz könnte die Aufforderung so lauten: „Ich bitte Sie, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln, da ich mich aktuell in ungekündigter Stellung befinde“. Gerade in kleinen Orten oder in Branchen, in denen „man sich kennt“ ist das nicht unüblich. Unter Umständen können Sie hier auch gleich vermerken, zu welchen Zeiten Sie telefonisch am besten erreichbar sind.

 

Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie sich vom aktuellen Arbeitsplatz weg bewerben möchten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei! Schauen Sie doch mal auf unsere Stellenangebote – vielleicht ist Ihr Traumjob ja schon darunter 😉