Mit Benefits Mitarbeiter gewinnen und halten

In manchen Unternehmen gilt das Home Office als höchst innovativ. Manch ein Chef glaubt sogar, mit dem Zugestehen vom Arbeiten im heimischen Büro gäbe er seinen Angestellten viel mehr Freiheiten als jeder andere Betrieb.

Die Realität sieht allerdings anders aus. Das Home Office hat sich längst etabliert und kaum ein Arbeitnehmer wird sich mit dem Versprechen auf gelegentliche oder regelmäßige Heimarbeit hinterm Ofen hervorlocken lassen. Laut dem GenY-Generator von absolventa gehören außerdem auch regelmäßige Weiterbildungen und eine angemessene moderne Büroausstattung zur generellen Erwartungshaltung an einen Arbeitgeber. Sie werden nicht als Benefits angesehen, ebenso wenig wie flache Hierarchien. Das alles zählt längst zum Berufsalltag der Generation Y!
Natürlich müssen Sie es nicht Apple gleich tun und Ihren Mitarbeiterinnen social freezing (das Einfrieren unbefruchteter Eizellen) anbieten. Aber um sich von der Konkurrenz abzuheben, sollten Sie über einige der gängigsten Benefits nachdenken.

Sport und Gesundheitsmanagement

Wer im Büro arbeitet, sitzt jeden Tag Minimum acht Stunden vor einem PC. Dass das ungesund ist, wissen wir. Forscher gehen sogar so weit zu sagen, dass das viele Sitzen unser Leben verkürzt. Viel-Sitzer haben im Vergleich zu aktiven Menschen ein doppelt so hohes Risiko, früh zu sterben. Insbesondere die Generation Y legt aber großen Wert auf ein gesundes Leben. Sie wissen, was ihnen schadet und was ihnen gut tut.

Und jetzt kommen Sie ins Spiel: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Beteiligen Sie sich zum Beispiel an der Mitgliedschaft im Fitnessstudio – viele Studios bieten spezielle Firmentarife an. Und auch die Krankenkassen beraten Unternehmer gern im betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Bieten Sie frisches Obst an, damit die Mitarbeiter nicht so häufig zu Schokolade und Co. greifen. Selbiges gilt für Getränke – stellen Sie ausreichend Wasser und Kaffee zur freien Verfügung bereit.

Jobticket

Das gilt natürlich vor allem für Großstädte, in denen Angestellte viele Kilometer zur Arbeit zurücklegen müssen. Das geht ins Geld! So kostet eine Monatskarte für 3 Ringe in München zum Beispiel derzeit 66,60 Euro. Ein Unternehmen, das diese Kosten übernimmt oder sich daran beteiligt, steht bei jungen Talenten höher im Kurs. Und als Arbeitgeber erhalten Sie meistens einen Großkundenrabatt von den Verkehrsunternehmen. Der Vorteil gegenüber dem Auto liegt auch klar auf der Hand: Ihre Angestellten ersparen sich den Berufsverkehr und kommen meist wesentlich entspannter an ihrem Arbeitsplatz an.

Geschäftswagen

Sofern der Geschäftswagen auch privat genutzt werden darf, kommt diese Möglichkeit bei vielen Arbeitnehmern gut an. Insbesondere bei jungen Menschen, die sich vielleicht privat noch kein Fahrzeug leisten können. Denken Sie aber daran, Ihre Angestellten gut über die private Nutzung eines Firmenwagens aufzuklären (Stichwort geldwerter Vorteil), damit es nicht zu Missverständnissen kommt – die wenigsten Bewerber informieren sich detailgenau über die Bedeutung eines Geschäftswagens mit Privatnutzung.

Flexible Arbeitszeiten

[Working] 9 to 5, yeah, they got you where they want you. There’s a better life and you think about it, don’t you?” sang Dolly Parton 1980 im Song “9 to 5”  für den gleichnamigen Film mit Jane Fonda. Und nicht nur in den USA waren unflexible, starre Arbeitszeiten Jahrzehnte lang die Regel. Die Arbeitnehmer von heute möchten aber nicht mehr acht Stunden im Büro sitzen, womöglich noch mit Stechuhr kontrolliert. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von anderswo als dem Schreibtisch zu arbeiten sind fast schon Grundvoraussetzung. Die Vereinbarkeit von Familie und Job ist nicht nur jungen Müttern wichtig, sondern zunehmend auch Vätern. Seien Sie daher offen für flexible Arbeitszeiten und –orte. Ob es das Home Office ist oder das Café um die Ecke – lassen Sie Ihre Mitarbeiter selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten. Vertrauensarbeitszeit ist hier das Stichwort!

Angenehme Atmosphäre und Firmenkultur

Das gilt insbesondere für die Stimmung im Team. Wer mit den Kollegen gut auskommt, auch mal was zu lachen hat und sich wohlfühlt, identifiziert sich automatisch auch stärker mit dem Arbeitsplatz. Ebenso gehören aber auch schöne Büroräume dazu oder das Vorhandensein von schicken Pausenräumen, Meetingräumen oder Büros, in die sich Angestellte zum konzentrierten Arbeiten zurückziehen können.
Großraumbüros sind übrigens nicht gefragt – fast 60% Prozent der jungen Arbeitnehmer haben darauf keine Lust.
Organisieren Sie regelmäßig Team-Aktivitäten, um den Zusammenhalt zwischen Ihren Angestellten zu verstärken. Und nehmen Sie sich selbst davon nicht aus – ein Chef, der auch mal nur Mensch ist, kommt meistens gut an.
Vielleicht überraschend: Die Möglichkeit, den Hund mit zur Arbeit zu bringen, steht ebenfalls bei vielen Arbeitnehmern hoch im Kurs. Und Tiere verbessern erwiesenermaßen nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern sorgen auch für besseres Betriebsklima – sofern Sie nicht gerade einen Allergiker im Team haben.

So besser nicht!

Wie bereits angesprochen, werden weder Home Office, noch Weiterbildungsmöglichkeiten oder eine moderne Büroausstattung noch als Benefit gesehen. Stellen Sie diese Dinge daher auch nicht in Stellenanzeigen oder Bewerbungsgesprächen als besonders heraus – damit vergraulen Sie potentielle Talente im schlimmsten Fall. Auch ein Firmenhandy ist für viele Unternehmen längst Realität und kein außergewöhnliches Goodie. Stellen Sie einem Single gegenüber außerdem die familienfreundlichen Arbeitszeiten nicht heraus – sondern bauen Sie in so einem Fall eher auf den Freizeitwert von flexiblem Arbeiten.

Und falls Ihnen das alles zu kompliziert ist, stellen Sie doch einen Feelgood-Manager ein. Dieser recht neue Beruf wurde einzig dafür geschaffen, in Unternehmen für angenehmes Klima und glückliche Mitarbeiter zu sorgen.