Das Boreout Syndrom oder: Warum langweilen wir uns freiwillig?

Das Burnout ist seit einigen Jahren ein bekanntes Phänomen bei Angestellten. Vom Boreout hören wir erst seit relativ kurzer Zeit. Das Syndrom beschreibt chronische Langeweile im Job, das Gefühl, permanent unterfordert zu sein. Und es kann für Betroffene ebenso belastend sein, wie das Burnout.

Burnout oder Boreout?

Dabei steht das Boreout Syndrom zwar durchaus im Gegensatz zum Burnout, die Symptome sind aber ähnlich: Von depressiven Verstimmungen über körperliche Beschwerden wie Magen- oder Kopfschmerzen bis hin zu Müdigkeit und mangelnder Konzentrationsfähigkeit gibt es viele Anzeichen.

Angestellte, die am Boreout leiden, entwickeln teils kreative Strategien, um lange Acht-Stunden-Tage zu füllen: Sie dehnen Routinetätigkeiten unnötig aus oder tun schwer beschäftigt um weitere langweilige Aufgaben zu vermeiden. Oder sie arbeiten gar nicht mehr und füllen ihre Arbeitszeit mit privatem. Im schlimmsten Fall starren sie permanent auf die Uhr, deren Anzeige sich gefühlt kaum nach vorn bewegt.

Warum aber verharren so viele Menschen in Jobs, die sie unterfordern und langweilen? In Zeiten des Fachkräftemangels sollte es doch ein Leichtes sein, seinen öden Job gegen eine sinnstiftende Arbeit zu tauschen. Oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn wer am Boreout leidet, wird sich früher oder später die Frage stellen, woran es liegt, dass er dauernd müde ist und an seiner Arbeit keinen Spaß mehr findet. Oft verwechseln Betroffene ihre Langeweile mit Überforderung – nicht zuletzt, weil die Symptome sich eben ähneln.

Zweifel an der eigenen Leistung

Chronisch Gelangweilte haben in den meisten Fällen bereits den Weg zum Chef hinter sich: Sie haben angesprochen, dass es ihnen an Auslastung mangelt, haben um mehr oder um anspruchsvollere Arbeit gebeten und sie nicht bekommen. Als Resultat stellen sie ihren Wert als Arbeitnehmer in Frage: Sind sie nicht gut genug, um anspruchsvollere Tätigkeiten auszuüben? Glaubt der Chef nicht an sie?

Es entwickelt sich ein Teufelskreis. Aufgrund des Mangels an Herausforderung zweifelt der Angestellte am Wert seiner Arbeit oder gar an sich selbst. Daraus resultiert das Gefühl, möglicherweise grundsätzlich nicht für den Beruf geeignet zu sein. Vielleicht sollten sie anstatt unzufrieden doch eher froh sein, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben? Wahrscheinlich hätten sie bei anderen Unternehmen aus derselben oder einer ähnlichen Branche gar keine Chance, weil sie den Kriterien nicht genügen? Es muss schließlich einen Grund geben, warum der Chef all die Bitten und Hinweise ignoriert. Oder?

Die Angst vor Ablehnung, die Angst, am Ende ganz ohne Job dazustehen, lähmt. Sie lässt uns oftmals in einem Job verharren, der uns unglücklich macht. Und negative Gedanken und schlechte Stimmung wirken sich wiederum negativ auf unsere Leistungsfähigkeit aus. Das wird auch Ihr Chef bemerken und sich schlimmstenfalls in seinem Urteil bestätigt fühlen.

Langeweile ist keine Tatsache!

Erkennen Sie sich in diesen Zeilen wieder? Kennen Sie das Gefühl, Ihre Zeit sinnlos zu verplempern, weil Sie im Job nicht ausgelastet sind? Wirkt sich der Frust im Job bereits auf Ihr Privatleben aus?

Dann machen Sie sich eines klar: Sie (und nur Sie) können etwas ändern! Ihr aktueller Chef hat Sie irgendwann einmal eingestellt und bislang nicht entlassen – so schlecht kann Ihre Arbeit also gar nicht sein. Ganz im Gegenteil: Vielleicht erkennt jemand anderes Ihr Leistungsvermögen und möchte Ihnen die Chance geben, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und Ihr Potential auszuschöpfen.

Das finden Sie nur heraus, wenn Sie den Schritt wagen. Sitzen Sie Ihr Boreout nicht aus der Befürchtung heraus aus, woanders könne es ebenso schlimm oder sogar noch schlimmer sein. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wie wahrscheinlich ist das?

Benötigen Sie zum ersten Schritt einen kleinen Schubs? Dann kontaktieren  Sie uns.